Die Schönheit der Zeitlosigkeit.

Iris Romen - Musiker Spezial

Warum Improvisation wie ein Tanz auf einem Scrabble-Brett sein kann - Seite 1/2

Interview mit Iris Romen, Sängerin

Iris Romen - www.jazzagentur-leipzig.deJazz LE: Iris Romen, Sie sind Sängerin. Wie kam es dazu?
Iris Romen: Solange ich mich erinnern kann, wollte ich das werden. Mit zehn gab es gar keine Zweifel mehr. So wie andere wissen, dass sie einmal Kinder haben wollen…

Jazz LE: Und Ihre Vorliebe für die alten Schätze? „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ und ähnliche Hits vergangener Zeiten?
Iris Romen: Meine Vorlieben sind weit gefasst, auch Jonny Cash, Brecht, Musik aus Cuba, Jazzstandards… Diese Musik ist zeitlos.
Zeitlosigkeit beschäftigt mich schon lange, in vielen Zusammenhängen. Die alten Songs finde ich hip! Ich schwebe durch die Jahrzehnte. Ich finde nicht nur die Zeit schön, aus der die Stücke stammen. Die Leute sollen im Konzert die Zeit vergessen. Wenn ich singe, vergeht die Zeit anders. Dann kann ich die Musik genießen. Da liegen beim Improvisieren die Akkorde vor mir und ich wandere von einem zum anderen. Das ist, als tanzte ich auf einem Scrabblebrett.
Ich selbst bin auch sehr langsam.
In Berlin suche ich zeitlose, langsame Orte. Zum Beispiel Klärchen’s Ballhaus, in dem ich alten Rock’n Roll gespielt habe.

Jazz LE: Sie kommen aus Maastricht. Was hat Sie nach Berlin geführt?
Iris Romen: Erst habe ich vier Jahre in Aachen gelebt und bin viel in Belgien aufgetreten. Doch ich habe mich nach einer großen Stadt gesehnt. Thomas Bichel war dort, und so kam ich nach Berlin. Für wie lange, das weiß ich nicht. Der Süden gefällt mir auch sehr. Ich bin auch öfter in Neapel.

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