Kastanie
28. März 2007
Jetzt ist Schuss mit Asch. Mein Friseur hat mir ja nachdrücklich klargemacht, dass es so mit mir nicht weitergeht. Mein Haar leuchtet jetzt. Vollbracht hat dies Ines, da der Terminplan des Meisters bereits voll war. Wenn ich beschließe, etwas zu verändern, muss das sofort sein. Ines hat ihre Sache gut gemacht.
Eine Pflanzentönung sollte es sein, das hatte mein Friseur, der Meister, vorgegeben. Ich wurde mit Kaffee versorgt, und neben mir dampfte eine hennaartige Pampe mit torfigem Geruch, eben wie Henna. Ines bestand darauf, dass dies aber nicht Henna sei. Na gut. Trotzdem roch es genau so. Sonst hätte es mich nicht an jugendliche Färbeversuche mit grünem Pulver in orientalischen Packungen erinnert.
Die Friseurinnen im Laden hatten alle gemeinsam, dass ihr Haar entweder getönt oder gefärbt war. Außerdem waren sie tätowiert. Bei allen mit Ausnahme einer Einzigen konnte ich das sehen. Ines´ Tätowierung ist auf der Innenseite ihrer Arme, bei den anderen im Lendenbereich mit Ausbreitungstendenz zum Bauch. Dagegen finde ich meine Pflanzentönung sehr harmlos, obwohl ich mich jetzt mit dem leichten Kastanienglanz schon verwegen wie eine Piratin fühle.
Für die Kreuzfahrt könnte ich mir ein Tatoo zulegen, das sich wie ein Abziehbild applizieren lässt, ein Herz oder eine Rose, vielleicht im Dekolltee. Das und die Zigaretten gäben dann eine neue, verruchte Persönlichkeit�
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