Kleine Überraschung

30. Dezember 2006

Keine besonderen Vorkommnisse in den letzten Tagen, außer dem folgenden: Felix schreibt mir gestern - per Mail! - dass es seiner Mutter besser gehe, sie wieder zu Hause sei und er gerne Silvester mit mir verbringen wolle! Das haut mich ja um! Nun bin ich aber Profi und werde nicht meinen Silvestergig mit den SUGAR BABIES für ihn sausen lassen, das geht einfach nicht. Ich habe ihm zurück geschrieben, dass ich mich sehr über seinen Vorschlag freue, aber leider verhindert bin. Ob wir uns nicht am Neujahrstag treffen könnten?

Eine Antwort habe ich noch nicht. Ich muss mich jetzt auch auf morgen konzentrieren, denn ich habe noch nicht das ganze Programm mit den Damen und Ernesto gespielt, und Silvester ist bekanntlich für eine Tanzband Knochenarbeit. Also Felix, jetzt musst Du warten!

Die Festtage

27. Dezember 2006

Bis jetzt ist Weihnachten ganz gemütlich verlaufen.

Am Heilig Abend habe ich lange geschlafen und dann nach einem Frühstück mit Lachs, Ei und Toast Kochbücher auf der Suche nach dem besten Weihnachtsentenbraten durchforstet. Dabei lief der CD Player mit Ella Fitzgeralds Weihnachtssongs. Wenn es gemütlich sein soll, muss ich unbedingt noch im Schlafanzug sein. So war es dann auch bis mittags. Dann war auch der traditionelle Kartoffelsalat fertig (das Rezept verrate ich Euch lieben Nachfahren vielleicht später, jetzt ist ja eigentlich Weihnachtspause).

Dann ging es mit dem Krimi in die Badewanne: Amber und Megan, die ermordeten Frauen, waren gar nicht in Drogenhandel verstrickt, sondern haben sich ebenfalls als Leihmütter betätigt. Das kann ich gar nicht verstehen. Die Beiden werden aber auch als sehr oberflächlich beschrieben. Und Bal, der Angebetete von Kommissarin Hannah, hat sie nicht wirklich verschmäht, sondern meint es so ernst mit ihr, dass er sie erst sehr gut kennen lernen möchte, bevor er ihr körperlich näher kommen will. Hannah ist von soviel Ernsthaftigkeit überrumpelt und lässt sich auf Bals Spielregeln ein. Da bin ich mal gespannt�

Vielleicht ist Felix ja auch so einer, nur ist er dann nicht so eloquent wie Bal, denn ich habe nichts weiter von ihm gehört.

Nach dem Bad war ich schön schlapp, so dass ich mich gleich wieder ins Bett verzogen habe. Danach habe ich mich hübsch gemacht, kleines Schwarzes, Haare hochgesteckt, und dann habe ich Weihnachten gefeiert. Es war auch schon dunkel. Also Lichterkette an, Weihnachtsoratorium (Thomaner) aufgelegt, den Crémant von Pauls Eltern entkorkt und Geschenke geöffnet. Meine Eltern haben mir einen Gutschein für eine Woche Inselurlaub geschenkt! Darauf freue ich mich! Und von meiner Tante Herta habe ich einen Fünfzig Euro Schein für einen Besuch bei einer Kosmetikerin bekommen. Das wird spannend. Vielleicht schaffe ich es gleich in der ersten Januarwoche, mich professionell verschönen zu lassen. Susanna hat mir Richard Powers THE TIME OF OUR SINGING (Vintage, 2004) geschenkt. Sie kennt meine Vorliebe für amerikanische Literatur.

Dann habe ich eine Unmenge Kartoffelsalat gegessen, dazu natürlich Wiener vom Metzger und Baguette und später eine DVD mit Ralph Fennes, DER GÄRTNER, gesehen. Richtig spannend!

Gestern dann: Kochen, essen, schlafen, lesen und Sekt trinken. Und schon ist Weihnachten fast vorbei. Heute habe ich die letzten Weihnachtsmails verschickt, und gleich gibt´s Reste Essen und mehr Krimi.

Letzte Vorbereitungen

23. Dezember 2006

Die beiden jungen Frauen, deren Ermordung bei END IN TEARS aufgeklärt werden soll, waren wahrscheinlich in den internationalen Drogenhandel verstrickt. Und die äußerst attraktive Kommissarin Hannah wird von ihrem gutaussehenden jungen Kollegen zwar zum Dinner ausgeführt, doch dann lehnt er Hannahs Angebot ab, die Nacht mit ihr zu verbringen. Unglaublich! Die Motive für diese Zurückweisung bleiben noch offen�

Ganz so weit ist es ja bei Felix noch nicht gekommen. Trotzdem hoffe ich, von der Kommissarin lernen zu können, wie eine Frau mit einer solchen Schmach umgehen soll. Dann werde ich einer weiteren Begegnung mit Felix, sollte es überhaupt zu einem Wiedersehen kommen, gelassen und gerüstet entgegensehen.

Ich habe Susanna ein kitschig buntes, perlenbesticktes Kamel für Mathilda übergeben. Ich werde die Beiden vermissen!

Nun gehe ich noch die letzten Einkäufe machen - mir fehlt Sekt! - und werde mich nach einem Besuch in der Filmgalerie Alpha 60 in meinen Weihnachtsrückzug begeben. Vielleicht gönne ich mir auch eine feiertägliche Tagebuchpause�

Lektüre

22. Dezember 2006

Gestern habe ich zu lange in meinem Krimi gelesen. Wenn ich mich einmal auf ein Buch einlasse, höre ich mit dem Lesen erst auf, wenn mir die Augen zufallen. Und das ist selbst dann so, wenn ich das Buch gar nicht so spannend finde. Bei END IN TEARS warte ich noch auf die ganz große Spannung, finde aber Kommissarin Hannah mit ihren widersprüchlichen Gefühlen sich selbst und ihrem jüngeren Kollegen gegenüber doch sehr fesselnd. Nebenbei sind jetzt schon zwei junge Frauen ermordet worden und die Tochter von Kommissar Wexford betätigt sich als Leihmutter�

Heute Morgen war Mathilda ein letztes Mal vor der Weihnachtspause bei mir. Susanna muss in der Boutique ein letztes Mal für Last Minute Geschenkekäufer Präsenz zeigen, dann fahren die Beiden zu Susannas Eltern.

Ich war mit der Kleinen wieder auf dem winterlichen Spielplatz, und dann haben wir einen ausgiebigen Spaziergang in der Südvorstadt gemacht. Dabei ist sie eingeschlafen. Arme Susanna, dann wird Mathilda heute Abend sicher länger als sonst wach sein. - Ich muss ihr bis morgen früh noch ein Kamel nähen!

Vorhin hat sich auch schon meine Planung für Silvester erübrigt: Ich soll bei den SUGAR BABIES für deren Silvestergig irgendwo auf dem Lande aushelfen.

Meine himmlischen Revuegirls

21. Dezember 2006

Die Musikschulfeier war ein Erfolg. Paul hat viel Applaus geerntet und seine Eltern waren sehr stolz auf ihn. Ich habe von ihnen eine Flasche Crémant d´Alsace überreicht bekommen, ein Geschenk, über das ich mich sehr freue.

Carlos und Tommi, die auch über die Musikschule ihre Mieten finanzieren, waren ebenfalls da, um ihre Schüler zu unterstützen, und so waren wir anschließend noch gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken. Das war auch schön, nur der Schnee hat gefehlt.

Als wir uns dann gegen halb acht trennten - zur Session wollten wir nicht gehen - habe ich noch eine Runde bei CULINARIA gedreht: Maronen für den Rotkohl, Eier für eine Mousse au Chocolat. Ich freue mich aufs Kochen, doch fühle ich mich doch seltsam, dass ich überhaupt keine Gesellschaft eingeplant habe�

Heute Vormittag war Mathilda wieder bei mir. Wir haben einen Spaziergang gemacht, sie hat trotz der Kälte auf dem Spielplatz am Fokkeberg geschaukelt, und dann haben wir gemeinsam meinen kleinen Weihnachtsbaum geschmückt.

Mit dessen Kauf liege ich immerhin voll im Trend. Gerade habe ich in der ZEIT (Nr. 52, S. 64, www.zeit.de ) gelesen, dass dieses Jahr 300 000 Weihnachtsbäume mehr verkauft worden sind als im letzten Jahr. Das symbolisiert anscheinend das stärker gewordene Bedürfnis nach Zeichen der “Gemeinschaftlichkeit, Nähe und Vertrautheit”.

Da sitzen dann vielleicht 299 999 weitere Singles in Nähe ihrer Kitschengel unterm Weihnachtsbaum und fühlen sich an Kindertage zurück erinnert? Zu dieser Gemeinschaft möchte ich lieber nicht gehören!

Ich habe mir gleich die Engelkollektion hervorgeholt und sie etwas entweihnachtet. Das hat auch Mathilda gefallen, der natürlich der therapeutische Zweck meines Tuns entging. Perlen, Klebstoff und Nagellack haben die Engel in eine Truppe von Revuegirls verwandelt, die die Crazy Horse Tänzerinnen neidisch machen würde. Und ich fühle mich gleich viel besser!

Und nun werde ich mich meinem Krimi widmen, Ruth Rendells END IN TEARS (Arrow Books, 2006), denn der Musikschulunterricht fällt heute aus.

Weihnachtsmarkt

20. Dezember 2006

Mathilda darf in dieser Woche nicht mehr in die Krippe gehen, weil dort ein Magen Darm Virus um sich greift, und Susanna hat am Vormittag in ihrer Boutique zu tun. Da war ich heute Vormittag mit der Kleinen auf dem Weihnachtsmarkt. War das eine Freude! Mir selbst bedeutet der Leipziger Weihnachtsmarkt nicht viel, aber für Mathilda tat sich eine neue Welt auf! Die kleine Eisenbahn zum Mitfahren hat es ihr besonders angetan. Und das Karussell mit dem Pferdchen! Ich habe mich richtig mit ihr gefreut. Natürlich war in der Innenstadt selbst am Vormittag viel los, doch die Kleine war so voller Begeisterung, dass uns das gar nicht stören musste. Um zwei Uhr waren wir wieder zu Hause, und da hatte auch Susanna wieder Zeit. Ich habe nämlich gleich noch Weihnachtsfeier in der Musikschule: Der kleine Paul wird WHITE CHRISTMAS vorspielen, und da will ich natürlich dabei sein.

Felix habe ich eine SMS geschickt: “Danke für die Blumen und Frohe Weihnachten!” Ob das jetzt so klug oder angebracht war, darüber brauche ich nicht mehr nachzudenken, die SMS ist abgeschickt.

Tannenduft

19. Dezember 2006

Gerade war ich auf dem Postamt. Da ist jetzt die Hölle los. Ich wollte meine texanischen Weihnachtsgrüße auf den Weg bringen und hatte natürlich nicht den entsprechenden Vorrat an Briefmarken. Die Damen auf dem Postamt schienen jedoch eine spezielle Anti Stress Schulung hinter sich zu haben, behielten den Überblick und bewirkten, dass fast jeder mit dem guten Gefühl, seiner Weihnachtspflicht genügt zu haben, das Postamt verließ.

Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, an dem Weihnachtsbaumstand, der auf meinem Weg nach Hause liegt, einen kleinen Weihnachtsbaum zu kaufen. Er passte mit Müh´ und Not auf mein Fahrrad. Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist. Ich bin wild entschlossen, mich zu verwöhnen, wenn dies schon kein anderer tut.

Gleich werde ich mir noch eine Tiefkühlente und alles, was zu einem Traditionsessen dazu gehört, besorgen, und dann kann Weihnachten kommen.

Unter Miss Kittys Obhut

18. Dezember 2006

So langsam komme ich wieder zu mir! - Am Samstag bei Klaus habe ich etwas über die Stränge geschlagen, alle anderen aber auch. Ich hätte nicht gedacht, dass es mit den Staatsanwälten so lustig sein kann. Natürlich waren auch Marias Freunde dabei, und die kommen eher aus der Ecke der bildenden Künstler. Maria macht es richtig Spaß, die Dinge zu inszenieren.

Wegen der drei Songs von Klaus wurden an die fünfzig Personen eingeladen, eine Squaredance Truppe gebucht und ein texanisches Buffet organisiert. Getränke gab es an einer Bar, die an eine Saloontheke erinnerte. Hinter dieser stand eine Art Miss Kitty aus RAUCHENDE COLTS, wunderbar! Außerdem gibt es jetzt eine Website zu den WILD HORSES. Vielleicht verhilft mir das zum großen Durchbruch!

Jedenfalls hat das Ganze richtig Spaß gemacht, ich weiß jetzt, wie ein Squaredance funktioniert und habe mich vor allem mit unserem Schlagzeuger Detlef heftigst amüsiert. Die Kölner wissen eben, wie man das Leben genießt.

Miss Kitty hat freizügig Whiskey ausgeschenkt, ein Getränk, mit dem ich bislang wenig Erfahrung hatte. Das hat sich nun geändert. Ich erinnere mich vage, dass Detlef mich vor meiner Haustür abgesetzt hat. Und dann habe ich mich nur noch ins Bett geschleppt. Dort war ich bis gestern Mittag.

Klaus hatte seine WILD HORSES großzügiger Weise jeweils mit einem Vorrat an Demo-CDs versorgt. Weil ich es nun aufgegeben habe, originelle, kostengünstige und noch nie dagewesene Weihnachtsgeschenke für meine Eltern und Anverwandten besorgen zu wollen, werde ich einfach dieses Dokument meines kulturellen Wirkens verschenken.

Ablenkung

16. Dezember 2006

Es war schön, mal wieder richtig zu spielen. Die Richter und Staatsanwälte waren bester Stimmung, als wir WILD HORSES auftraten. Maria hatte uns die Fransenjacken und Hüte wieder mitgebracht. Wir sollen sie jetzt behalten. Damit ist die Bandgründung vollkommen! Nach unseren drei Stücken zogen die Jungs und ich die Cowboyklamotten wieder aus und spielten dann in Jeans und weißen Hemden drei Sets Standards. Das hat richtig Spaß gemacht, auch weil jetzt Detlef am Schlagzeug dabei war. Und es gab für jeden 200 Euro auf die Hand, nicht schlecht! Und das Buffet war vom Feinsten! Nach meinem Sportprogramm vor dem Gig habe ich es besonders genossen.

Für heute habe ich nichts mehr vor. An Felix will ich nicht denken, obwohl es an mir wäre, mich bei ihm zu melden. Schließlich habe ich mit den Blumen ein Geschenk von ihm bekommen. Ich bin so gut erzogen, leider, dass mir das ein schlechtes Gewissen bereitet.

Zum Glück ist heute Abend die Record Release Party bei Cowboy Klaus. Da wird richtig was los sein, weil wir ja durch unseren Liveauftritt gestern echte Fans gewonnen haben. Ein wenig Ablenkung kann ich dringend gebrauchen!

Blumen

15. Dezember 2006

Als ich gestern von der Musikschule zurück nach Hause kam, lag ein winterlicher Strauß vor meiner Haustür! Daran war eine Postkarte befestigt, von Felix. Der Strauß war offensichtlich von einem Blumenladen aus vorbeigebracht worden. Auf die Karte hatte Felix geschrieben, dass er dringend nach Bremen habe fahren müssen, da seine Mutter ins Krankenhaus eingeliefert worden sei und sein Vater mit der Situation nicht klar käme. Er will sich nach Weihnachten bei mir melden und denke viel an mich.

Schön, ich freue mich über den Strauß! Trotzdem bin ich jetzt Weihnachten allein! Und wie es weitergeht, das weiß ich auch nicht. Ich sollte mich bei Felix bedanken, aber mir ist nicht danach, ihn anzurufen�

In der Musikschule gibt es nichts Neues. Klaus freut sich auf den Auftritt heute Nachmittag! Die kleinen Schüler bekamen den letzten Schliff für ihre Auftritte unterm Tannenbaum.

Ich muss mich ablenken. Zwar habe ich noch Muskelkater, doch ich werde jetzt ohne viel Nachzudenken einfach losjoggen und dann ich heißes Bad nehmen.

Und dann auf zum Gerichtsgig!